Newsletter


Newsletter 2014

Das Thema Zeit lässt unsere Gedanken weiter kreisen.

In dem Buch „Und immer wieder die Zeit“ von Alan Lightman träumt Albert Einstein von der Zeit. Dreißig Mal erscheint vor seinem geistigen Auge ein neues Gedankenspiel zu jenem sonderbaren Phänomen, in das unsere Existenz gebettet ist. Eines dieser Gedankenspiele handelt davon, in der Raumzeit zu reisen und somit gewissermaßen die Zeit zurückdrehen zu können.

Ohne genau zu verstehen, wie eine Reise durch die Raumzeit möglich wäre, ist der Gedanke, die Zeit zurückzudrehen, für uns Menschen sehr verlockend. Es wäre möglich, die Vergangenheit zur Gegenwart zu machen.

Wir könnten zum Einen vergangene Momente der Freude und des Glücks vergegenwärtigen und diese wieder und wieder nicht nur in der Erinnerung nachvollziehen, sondern tatsächlich ganz konkret erleben.

Wir könnten zum Anderen mit dem Wissen um die Folgen und Konsequenzen, unsere Fehlentscheidungen, Irrtümer und Missgeschicke in der Vergangenheit korrigieren und die eigene Biographie und das gegenwärtige Leben neu und besser gestalten.

Die Verlockung dieses Gedankenspiels liegt darin, die Gedanken und die Gefühle der Zufriedenheit mit sich selbst zu bewahren und bei deren Verlust die Chance der Wiedererlangung zu bekommen und damit perfekter und idealer zu werden.

Leider besteht diese Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, Zeitschleifen zu erleben und gelegentlich einen Neustart durchzuführen nicht.

Vielleicht ist dieser Fluch jedoch ein Segen, denn glücklicherweise besteht diese Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, Zeitschleifen zu erleben und gelegentlich einen Neustart durchzuführen nicht.

Bestünde Möglichkeit des Zurückdrehens, dann wäre der Wert des Menschen bestimmt durch seine Perfektion Fehler zu korrigieren, um dadurch das Glück zu erleben und auf Dauer zu bewahren. Glück wäre dann für alle dasselbe und alle Menschen müssten Idealmenschen sein um dieses Glück zu erleben.

Diese Sichtweise wendet sich gegen Individualität, sowie die Gleichwürdigkeit und Gleichwertigkeit der Verschiedenheit jedes einzelnen Menschen, da es den Idealmenschen beschreibt. Darüber hinaus trägt diese Vorstellung einen Denkfehler in sich: Glück ist individuelles Denken und Fühlen, das aus der subjektiven Logik des einzelnen Menschen erlebt wird und seinen individuellen gegenwärtigen Zielen dienlich ist sowie Entwicklung möglich macht.

Sich entwickeln heißt gemachte Erfahrungen als Erinnerungen zu bewahren und als Grundlage für Gegenwärtiges und Zukünftiges nutzen zu lernen.

Denn Erinnerung ist ein konstruktiver Schaffensprozess, bei dem wir auf gespeicherte Fakten der gemachten Erfahrungen zurückgreifen, um sie auf einen individuellen Zweck im Jetzt auszurichten.

Somit ist Erinnerung kein redundantes immer gleiches, sondern spannendes und aufregendes Spiel mit den Möglichkeiten der Gegenwart, die uns hilft die Zukunft zu gestalten und damit der vielleicht wichtigste Teil eines lebenslangen Lernens.

Bleibt nur noch die Sache, die eigenen Fehler zu korrigieren. Aber vielleicht steckt ja auch in diesem Wunsch ein Denkfehler.

Es gibt nur Erfahrungen, die vom Menschen als positiv oder negativ bewertet werden. Die positiven begreifen wir als Glücksmomente. Die negativen bewerten wir als Niederlagen, ohne zu ahnen, dass der Fehler, der die Niederlage möglich machte, auch nur eine wertneutrale Erfahrung ist. Fehler in diesem Sinn sind keine Fehler, sondern Anlässe zum Lernen, zum Reflektieren und zum Üben.

Wir müssen glücklicherweise die Zeit nicht zurückdrehen, denn wir alle tragen die Möglichkeiten in uns, der bedingungslosen Gewissheit, dass der Mensch im Wesen gut und „nur“ im Handeln unvollkommen ist, Raum zu geben und den Satz „Ich bin ich und so wie ich bin, bin ich gut genug – und Du auch“ zum Lebensgefühl und zur Grundlage der Zwischenmenschlichkeit zu machen.

Der Maßstab für unser Denken und Fühlen liegt dann nicht mehr in dem Vergleich mit dem Idealmenschen, sondern in der Vielfalt, in der Individualität und in unserer Bereitschaft, die Bedingungen für uns und andere so zu gestalten, dass dieser Maßstab möglich wird.

Ein Schlüssel dazu ist die Philosophie des Encouraging – die Ermutigungsphilosophie nach Alfred Adler, Rudolf Dreikurs und Theo Schoenaker, der das Encouraging-Training definiert hat, um dieses Denken und Fühlen in die Selbstverständlichkeit des Umganges miteinander zu etablieren.

MUT Institut

 


Newsletter 2013

Das Jahr 2013 war für uns, die Mitarbeiter des Mut Institutes, angefüllt mit „Zeitarbeit“ – ein typisches Phänomen dieser Epoche, nämlich keine Zeit zu haben, nur beschränkte Zeit zur Verfügung zu stellen, dafür diese aber propper anzufüllen. In der Hoffnung im Zeitraffer bestehen können.

Wir hatten Aufträge, möglichst vielen Menschen in möglichst kurzer Zeit Wissen und Methoden nahezubringen, um den Problematiken in Familien und Kindertagesstätten möglichst schnell begegnen zu können. Und wir entsprachen diesen Ansinnen und auch Erwartungen.

Im „Schnelldurchlauf“ arbeiteten wir flächendeckend mit im „Bildungsmonitoring“ der Stadt Wilhelmshaven. Die gemeinsamen Bemühungen galten  der Umsetzung eines einheitlichen Handlungsansatzes in der sozialen Arbeit.

Trotz knapper Kassen und wenig Zeit konnten wir mit Seminaren und Vorträgen Begeisterung, Neugierde und Zustimmung erfahren.

„Wachstum braucht Zeit“, so eine gängige Überzeugung, doch muss es immer begleitete Zeit sein – oder darf man den Menschen auch zutrauen, in Eigenregie ihre Zeit zu verwalten, um dabei im eigenen Tempo Erfahrungen zu machen und so zu lernen? Das, was oft benötigt wird, ist vielleicht „nur“ gutes Handwerkszeug, ebenso einfach wie vielfältig in seiner Anwendung und immer neue Erfahrungen erzeugend.

Das Handwerkszeug, das wir anzubieten hatten und haben, ist das BDK – Beobachtungs-Diagnose-Konzept, mit dem Verschiedenheit Aufwertung erfährt, der Einstieg in ein neues Verständnis für die Bedürfnisse nach Individualität möglich ist und sich Handlungsalternativen fast von selbst in der Erziehungsarbeit sowie in der Beziehungsarbeit ergeben.

Das BDK ist Lernen durch Erleben als pragmatische Umsetzung einer Philosophie.

Philosophien können Menschen zwar studieren, um das Wissen darum zu speichern, doch heißt das noch lange nicht, dass dieses Wissen dann auch im Selbstverständnis zur Anwendung kommt. Lernen heißt versuchen, ausprobieren, mitfühlen und dies alles braucht Erfolg, gefühlten, gespürten Erfolg, welcher dann zur Gewissheit führt und aus dem Selbstverständnis heraus der Person neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Wissen ohne Anwendung, sprich ohne gefühlten Erfolg, ist nutzlos, ja schon fast als Ballast zu bezeichnen. Vor allem dann, wenn Menschen in Situationen geraten, in denen sie sich wider „besseren Wissens“ verhalten. Ob das Machtkampf ist oder die kleine Stichelei, ob das die Unterstellung ist, das der andere mir übel will oder das Gekränkt- und Beleidigt-sein, ob das Rechthaberei, Kritik, Erwartungsdruck oder Anklage ist – das Wissen um eine Philosophie oder eine tolle Methode ändert nichts.

Bisher herrscht die Meinung vor, dass Menschen, die viel wissen, auch gebildet sind, und damit sollen sie den Erwartungen entsprechen, vieles besser zu machen und es gut zu können. Wir gestatten nicht mehr zu üben, dazu haben wir keine Zeit. Vielleicht sind Erwartungen ja nur dazu da, um an Ihnen zu scheitern. Das darauf folgende Unglücklichsein versuchen wir dann mit mehr lernen – also noch mehr Wissenskonsum zu überwinden. In der Konsequenz entsteht ein Mehr an Erwartungsdruck und dadurch wieder ein Mehr des Scheiterns – eine Spirale der Entmutigung.

Was fehlt ist die Zeit aus dem Wissen ein Können zu entwickeln. Was fehlt ist ist der Mut zur Mühe des Übens. Was fehlt ist die Bescheidenheit den kleinsten Schritten Wichtigkeit und Bedeutung zu geben. Was fehlt ist die Zeit, sich Deiner kleinen Erfolge bewusst zu werden und die Bescheidenheit sie intim zu genießen, nicht medial. Was fehlt ist auch Deiner inneren Logik Raum zu geben, um anzuerkennen, dass Du bist wer Du bist, und zu fühlen, dass Du so in Ordnung bist. Was fehlt ist der Stolz auf Dich selbst uneingeschränkt und unabhängig Deiner Übungsstadien.

Bescheidenheit ist die Wurzel des Stolzes und der wiederum ist Träger der Zufriedenheit. Zufriedenheit ist das Tor zur Freiheit und Entwicklung.

 Sind wir nicht alle selbst dafür verantwortlich, wie wir unser Leben leben?

Wissen und Studium ist gut, nur wenn dies nicht in Taten umgesetzt wird, werden wir dieses Wissen nie verstehen. Das bedeutet, dass wir neues Denken lernen, neues Fühlen üben und neues Handeln anwenden müssen, um es zu verstehen.

Selbstzufriedenheit können wir Menschen nur erlangen, wenn wir uns auf den Weg machen uns selbst zu verstehen, neue Impulse aufnehmen, neue Überzeugungen ausprobieren und immer und immer wieder üben. Dann sind wir auch in der Lage durch stürmische Zeiten zu gehen ohne uns selbst zu verlieren und zu bleiben, wer wir sind. Wir können aussteigen, wenn wir merken, es tut uns nicht gut, können Halt machen, wenn wir es brauchen. Wir bleiben Mensch: mitmenschlich, interessiert, wirkungsvoll, klar, beziehungsfähig und individuell.

So ist das Geheimnis wirkungsvollen Übens und Lernens, sich die Zeit zu nehmen und sich den Raum zu schaffen, in der Menschen sich gemeinsam individuell entwickeln können und dabei die Anerkennung erfahren, dass genau das gewollt ist:

Es ist willkommen zu unterschiedlichen Ergebnissen zu kommen und unterschiedliche Erfahrungen zu machen und so die Beschränkung von Richtig und Falsch aufzuheben. Es ist willkommen, jedem Einzelnen zuzutrauen mit den angebotenen Übungen und Aufgaben sozial dienlich und doch individuell umzugehen. Es ist willkommen, eine Zeit zu schaffen, in der Wohlwollen füreinander im Vordergrund steht und jeder Beitrag wichtig ist und in der es möglich ist, ohne Wenn und Aber Erfolge zu sammeln. Es ist willkommen miteinander zu lachen und zu weinen, es ist willkommen still zu sein oder laut.

Es ist willkommen ein Leben lang zu üben.


Newsletter 2012

„Darum ist es auch nicht so leicht, ein armer Knirps zu sein. Die Welt ist so voll von unbekannten und erschreckenden Dingen – und das Einzige, worauf sich der arme Knirps verlassen kann, sind die Erwachsenen, die schon so lange gelebt haben und so viel wissen. Es müsste ihre Aufgabe sein, eine Welt von Geborgenheit, Wärme und Freundlichkeit um den Knirps zu schaffen. Aber tun sie das? Allzu selten, will mir scheinen, Sie haben wohl keine Zeit dazu! Sie sind vollauf damit beschäftigt, den kleinen Knirps zu erziehen. Sie erziehen ihn so unablässig von früh bis spät, es liegt ihnen so unglaublich viel daran, dass er sich von Anfang an so benimmt wie ein Erwachsener. Denn dieses „Kind zu sein“, das ist doch eigentlich ein recht hässlicher Charakterzug, der mit allen Mitteln bekämpft werden muss.“

 Aus Astrid Lindgren „Steine auf dem Küchenbord“

Wir sind überzeugt davon, dass es auch nicht immer leicht ist ein „großer Knirps“ (Erwachsener) zu sein und sich der Aufgabe Erziehung stellen zu müssen, da niemand wirklich weiß wie es geht, aber viele glauben mit ein paar Schlagworten Erziehungsmethoden beschreiben zu können. Wir hören dann Erwachsene sprechen von „Kinder brauchen Grenzen und Konsequenzen“, müssen geführt werden. Große Knirpse wollen heutzutage das Strafen der Kleinen umgehen, finden es bei genauerem überlegen unzeitgemäß und herabwürdigend – und tun es trotzdem, nur nennen sie es anders.

Betrachten wir unser Tun doch einmal etwas genauer, dann können wir feststellen, dass wir oft nur versuchen alte Themen mit neuen Worten zu umkleiden? Im M.U.T Institut untersuchen wir gerade mit Eltern in den Elterntrainings diese Begrifflichkeiten und ihre Auswirkungen. Dabei begegnen wir natürlich den Fragen: Was sind Konsequenzen und deren Grenzen? – Was davon können Kinder eigentlich brauchen? Sind Konsequenzen ermutigend, wenn ja, wann und für wen? – Und was ist logisch?

Unbestritten ist, dass Kinder Grenzen lernen wollen und sollen. Wir unterstellen, dass sie wissen wollen,  wie es auf dieser Welt funktioniert – wo es lang geht; wo sie selbst beginnen und wo die anderen aufhören. Unbestritten ist auch, dass Kinder lernen wollen, am liebsten alles und am liebsten mit Freude und Spaß. Und am allerliebsten wollen sie das können, was sie sich bei den Großen abgucken. Sie wollen auch… – sie wollen groß sein.

Aber das wollen die Großen nicht immer, oder nur manchmal, oder, wenn, dann sollen die Kleinen es genauso gut können wie sie selbst, oder mindestens noch ein bisschen besser, z.B. aufräumen und saubermachen, pünktlich sein, den Fernseher bedienen, Manieren beim Essen und Grüßen. Und – gehorchen? Die kleine Knirpse sollen tun, was die Großen sagen und zwar gleich und sofort und gut und richtig und wenn nicht, dann….: folgen Konsequenzen und das ist auch logisch.

Die Frage ist nur, für wen ist was logisch und konsequent?

Eine Konsequenz wäre: Wenn du deine Sachen nicht aufräumst und in der Küche liegen lässt, dann räume ich sie auf, weil ich die Küche sauber haben will. Ich weiß ja auch, wo deine vielen schönen Dinge ihren Platz haben, da sie ja meist Liebesgaben der großen Knirpse an die kleinen Knirpse sind. Das ist doch logisch, oder?

Vielleicht birgt diese Logik die Schwierigkeit ein großer Knirps zu sein, da oben beschriebene Konsequenz bei den meisten Erziehenden ein Fragezeichen auf die Stirn malt und ein Grummeln im Bauch verursachen könnte: „Bin ich dann noch eine ernst zu nehmende Leitfigur? Oder werde ich von meinem Kind nur ernst genommen, wenn ich streng bin (ist Strenge konsequent?), indem ich meine Stimme erhebe, Befehle und Anweisungen erteile und bei Nichterfüllung Konsequenzen androhe?“

Welches Bild vom Führen mag in uns, den großen Knirpsen, immer noch leben?

Sind wir großen Knirpse bereit uns vorzustellen, was ein Kind erlebt, wenn Mutter oder Vater sich in der Weise verhalten, dass sie bestimmen, Anweisungen erteilen, schimpfen, drohen, nörgeln, kritisieren und zurechtweisen? Kann es sein, dass der kleine Knirps dieses Verhalten des Großen einfach übernimmt, abguckt – also genauso sein will, weil er ja auch… möchte?

Für wen ist was logisch?

Für Erwachsene könnte es logisch erscheinen, wenn sie das Bild des gestrengen „Führers“ in sich tragen, zu befehlen, zu kritisieren, Konsequenzen anzudrohen und letztlich diese Konsequenzen auch umzusetzen („Wer nicht hören will …“) damit das Kind lernt. Die Frage ist nun wieder: „Was lernt das Kind dann, wenn es doch so sein will, wie der Große, nämlich groß?“ Haben unsere Schwierigkeiten im familiären Zusammenleben nicht meist etwas gerade mit diesem Klein-Knirps-Despotismus zu tun?: Nämlich das Kinder mit ihrem Verhalten die Stimmungen bestimmen, das sie nicht tun was sie sollen, sondern was sie wollen und sowohl mit ihrem Vokabular als auch mit ihrem Verhalten Befehlshaber über die Eltern sind oder zumindest manchmal als solche empfunden werden.

Genauso logisch könnte es für Erwachsene sein, sich einmal zu überlegen, was sie wirklich gerne haben und was sie dafür tun müssen oder wollen. Z.B. Ordnung und Sauberketi scheint uns Großen wichtig zu sein, da wir regelmäßig aufräumen und unsere Wohnung putzten. Das scheinen wir freiwillig und gern zu tun, weil niemand im Dreck verkommen will. Auch bezeichnen wir die Menschen als unsere Freunde, mit denen wir eine gewisse Verlässlichkeit leben können, so nehmen wir Termine mit ihnen wichtig und halten sie ein. Genauso gerne umgeben wir uns mit Menschen, die uns freundlich und höflich begegnen und in deren Nähe wir uns wohl fühlen. Deswegen sind wir selbst höflich und freundlich. Und wie oft jammern wir, bei der Erfüllung oder Umsetzung der eben genannten „Pflichten“ und deren Umsetzung: Wollen wir nun Sauberkeit, Ordnung, Verlässlichkeit und pfleglichen Umgang miteinander und tun deshalb, was zu tun ist – oder sind es lästige Pflichten und Zwänge?

Vielleicht haben die beschriebenen Fragen und Thesen Sie, liebe Leser auch ein wenig nachdenklich gemacht. Bestimmt haben Sie, in Ihren jeweiligen Begegnungen mit Kindern eigene Erfahrungen, Fragen und/oder Anregungen zu diesen Themen. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge, auf jede Form von Zusammenarbeit, ob sie uns schreiben oder an unseren Angeboten teilnehmen wollen. Jeder Beitrag ist willkommen, da niemand wirklich weiß wie Erziehung, jedenfalls für diese neue, demokratische Zeit geht. Wir vom M.U.T. Institut denken, wie viele unserer Zeitgenossen, dass Erziehung mehr denn je eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und für diese Zeit neu er- bzw. gefunden werden muss. Und das geht uns alle an.

Enden möchten wir mit einem Zitat von Jesper Juul, dem dänischen Familientherapeuten, er formulierte: „Perfekte Eltern sind ein Albtraum“

Vielleicht ist das ja eine Ermutigung, hin zum Lernen, sich weiterentwickeln und üben, denn Üben  heißt nicht Können und Lernen heißt Fehler machen, nicht Fehler vermeiden.

Um sich weiter zu entwickeln und zu Lernen haben wir im kommenden Jahr 2013 spannende Angebote zusammengestellt, welche Sie im Anhang einsehen können und demnächst auch auf der Homepage www.mut-institut.de einzusehen sind.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2013.

MUT Institut


 

Newsletter 2011

Wenn wir auf diesen Sommer schauen, bewegt uns vielleicht die Frage, ob „Tim K.“ kein Einzelfall war, da immer mehr Jugendliche zu immer mehr Gewalt bereit sind und anscheinend unsere Vorstellungen von Werten und Moral bis aufs Blut bekämpfen. Unsere gesellschaftlichen Antworten, besetzt mit  Angst und Verzweiflung, sind wie vor hundert Jahren: Ausgrenzung, Strafe und Sicherheitsvorkehrungen – was nichts anderes heißt, als Menschen auszubilden in immer raffinierteren Kampf- und Schusstechniken und sie als Krieger einzusetzen gegen unseren eigenen Nachwuchs. Wohin soll das führen?

Wollen wir wirklich ein Gesellschafts- und Denksystem aufrecht erhalten, indem nur für bestimmte Menschen Platz ist? Anscheinend haben wir im Moment keine politischen, moralischen oder überhaupt tragfähige Antworten. Und unsere Ratlosigkeit treibt uns in unserem Verhalten nur weiter in dem Prinzip „mehr desselben“.

Meiner Großmutters Lieblingsspruch: „Mit Gewalt ist kein Bulle zu melken“ scheint eine weise Antwort auf das Chaos unserer Zeit. In diesem Spruch steckt ja die Aufforderung, erst mal genau hinzusehen, wen ich vor mir habe, um dann zu wissen, wie mit diesem Jemand umzugehen ist.

Bemühen wir hier die individualpsychologische Philosophie mit ihrem Generalthema‚ der Mensch ist ein soziales Wesen und definiert sich ausschließlich über die Bedeutung, die er gegenüber anderen hat, so kommen wir zu der Frage: „Wann beginnt der Mensch Bedeutung haben zu wollen? Nehmen wir einmal an, dass schon das kleine Kind diesen Wunsch richtungsweisend in sich trägt, dann müssen wir uns fragen, was bieten wir unseren Kindern von klein auf an, woraus sie schließen können, dass wir nur auf sie gewartet haben, und sie in diesem Leben, in dieser Gesellschaft mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten von Kleinstauf willkommen sind? Durch Bespaßung, Spielzeug-Konsum und Ausgrenzung in eine, für Erwachsene „süße Kinderwelt“ scheint es nicht zu funktionieren.

So mancher Individualpsychologe behauptet, dass Prof. Dr. Rudolf Dreikurs (1897-1972) die Individualpsychologie „besser verstanden hat als ihr Entwickler Dr. Alfred Adler“. Wir wollen hier auf eines seiner vielleicht  wichtigsten Bücher hinweisen, das Antworten auf obige Fragen bietet und den Menschen dieser Zeit eine Gelegenheit gibt, über die Herausforderungen dieser Zeit ganz neu nachzudenken.

Das Buch von Rudolf Dreikurs heißt im Original „Soziale Gleichwertigkeit  – die Forderung unserer Zeit“ und ist im Klett-Verlag (1972, ISBN 3-12-901960-X) erschienen. In der Neuauflage heißt es „Selbstbewußt – Die Psychologie eines Lebensgefühls“ und ist im dtv-Verlag (ISBN:3423350946) erschienen.

Winfried Berner, Diplom-Psychologe, schreibt in seiner Buchbesprechung zu Recht:

„Was hat den Verlag bloß geritten, den treffenden Originaltitel „Soziale Gleichwertigkeit – Die Herausforderung unserer Zeit“ in die ebenso banale wie irreführende Überschrift „Selbstbewusst – die Psychologie eines Lebensgefühls“ zu ändern? ff.

…. dass es sich nicht nur um ein bedeutendes Werk der Individualpsychologie handelt, sondern wohl um ein Schlüsselwerk zum Verständnis unserer Epoche.“

Aushttp://www.mwonline.de/contentindex/buch/1155/Dreikurs,+Rudolf/Selbstbewu%DFt.html

Dieses Buch mit seinen Ideen und den sich daraus ergebenen Fragen ist auch Grundlage für Ausbildungen und Gesprächskreise in unserem Institut. Gesellschaft ändert sich nicht von oben diktiert, sondern, vielleicht erstmals in ihrer Geschichte, durch Bildung und Dialog in Zusammenarbeit aller auf Basis der Gleichwertigkeit.

Es gibt weiter zu berichten, dass sich unter Mitwirkung der Mitarbeiter des MUT Institutes Fachleute aus den Bereichen, Erziehung, Pädagogik und Psychologie, sowie  Menschen aus den Bereich Steuer und Recht zusammengeschlossen und die „Akademie für Bildung Beratung und Entwicklung e.V.“ gegründet haben – siehe: http://ausbilden-statt-therapieren.de/

MUT Institut

 


 

 

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